FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und denkt über die Welt nach. Wenn sie das tut, schaut sie meistens nach draußen. Draußen ist es kalt. Mondkalt. Komm runter, du Kugelding, wenn du dich traust. Monatelang, ach was jahrelang hab ich an dich geglaubt, hab mir die Haare geschnitten, wenn du es erlaubtest, habe meine Blumen gegossen, wenn du gesagt hast, jetzt ist Zeit. Geholfen hat es alles nichts. Okay, ich war nicht immer so hunderprozentig konsequent. Wer ist das schon?
Du, Mond. Ja, du bist konsequent. Man kann sich wirklich auf dich verlassen. Ich bin kein Mond. Keiner gießt Blumen, wenn ich es sage. Dabei wäre es für die Blumen wirklich besser. Weißt du was, Mond, manchmal wünschte ich, mich würde einer zu dir schießen. Behauptet haben schon viele, dass sie es könnten. Aber alles nur leere Versprechungen. So sind die Menschen. Man kann sich nicht auf sie verlassen. Sie reden und reden und reden. Sie wissen alles über Pflanzen und Blumen und all das Zeug, was dazu gehört, aber gießen, gießen tun sie die Pflanzen nicht. Ich kann sie nicht leiden, diese Menschen. Ich bin kein Menschenfreund. Aber ein Mondfreund bin ich auch nicht. Du hängst da oben rum, starrst auf die Erde und treibst deine Spielchen. Mach doch mal was Verrücktes.
Gibt es einen Weg zu dir? Ich würde gerne auf dir herum trampeln. Ein Feuerchen machen, da sitzen und auf die Erde starren. Wow. Komm, hol mich rauf zu dir, Mond. Okay, ich glaube, mein Wasseranteil ist zu gering. Ich weiß, ich sollte mehr trinken. Hab ich gerade eine Woche lang gemacht. Nur getrunken. Hat auch alles nichts geholfen. Es ist nie so wie man es gerne hätte. Manchmal ist es nah dran, manchmal nicht. Aber eigentlich ist das alles egal. Es ist schwer, heute ein Menschenfreund zu sein. Es ist schwer, sie nicht auf den Mond zu wünschen. Mond? Mond, hörst du? Warum wünscht man die Menschen zu dir? Was hast du so Schlimmes getan, dass man dir die Pest an den Hals wünscht? Oder kannst du die Menschen heilen? Ach was, kannst du nicht. Meine Haare liegen nie. Ganz egal, ob ich mich nach dem Mondkalender richte, oder nicht. Ganz egal. Haare sind überhaupt ganz egal.
Mond, ich würd gern auf dir spazieren gehen. Nur für eine Nacht. Sag doch was. Sag doch endlich was. Häng doch nicht so blöd da oben rum. Ach, Mond. Ich schaue dich jetzt nicht mehr an. Ich will dich nicht mehr sehen. Geh weg. Hau ab.
FrauvonWelt steht auf, macht das Licht an. Im schwarzen Fensterglas spiegelt sich der rosa Plüschsessel. Kein Mond mehr zu sehen. Ertrunken im rosa Plüsch.
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