Archive for the 'Welt der Erinnerungen' Category

FrauvonWelt spielte Fußball und die Haare lagen auch

Damit nun auch die letzten Zweifler entzweifelt sind. Hier der einzig farbechte Beweis, dass FrauvonWelt sich schon früher ordentlich zu kleiden wusste:

Okay, wir haben das Spiel 11:1 verloren. Aber ich sah wenigstens vernünftig aus und meine Haare lagen auch einigermaßen. Ich glaube, es hat nur keiner bemerkt. Aber heute kann man es ja mal anmerken.

Ich schau da nicht mehr hin

Ich bin das Kind eines Fußballers. Ich bin ein Fußballkind. Mein Vater spielte in der Oberliga. Damals, bevor sie viertklassig wurde. Am Wochenende stand das Fußballkind auf dem Sportplatz. Jeden Sonntag. Ich fand das nicht schlimm, denn alle waren sie da. Alle Kinder. Wir spielten zusammen. Als ich älter wurde, schaute ich mir sogar die Spiele an. Als mein Vater älter wurde, wurde er Chef. Offiziell hieß das Fußballobmann. Was das ist, hab ich nicht verstanden. Andere haben immer gesagt, mein Vater sei Chef. Ich fand das gut. Ich war ja dann Cheftochter. Fremde Lorbeeren schmücken gut. Bei jedem Spiel stand er hinter dem Tor. Er rauchte damals viel. Man konnte immer sehen, wo er gestanden hatte. Einmal stand Klaus Allofs neben ihm. Ich wollte auch neben Klaus Allofs stehen, wurde aber weggeschickt.

Sonntags spielte der eigene Verein, samstags war Bundesliga. Ja, nur samstags. Ja, alle Spiele. Die verfolgte man nachmittags im Radio. Achtzehn Uhr kam Sportschau. Ja, nur Sportschau, sonst war nichts. Wenn man die Spiele sehen wollte, musste man hin fahren. Mein Vater fuhr hin. Bielefeld zum Beispiel. Bretteralm. Gegen Schalke. War das ein Lärm und wackelig. Dortmund, Schalke, Hamburg, Mailand und immer wieder München, zweite Heimat. Dann Athen. Ich war zwölf. Athen war heiß und achtzigtausend im Stadion. „Juve, Juve“, schrien die kleinen Italiener. Am Flughafen hab ich Günter Netzer mit seiner Modelfrau getroffen. Ich war zwar Cheftochter, aber ab diesem Tag wollte ich lieber Modelfrau von Günter Netzer sein. Ich wusste schon damals, ich hatte mir ein unerreichbares Ziel gesteckt. Der HSV gewann, ich verlor. Ich verlor meine Identität. Ich war nichts. Ich war ein Nichts mit kurzen Beinen. Nie würde ich so lange Beine haben, nie würde ich so aussehen wie sie. Die kleinen Italiener, die mir hinter her pfiffen und eifrig bemüht waren, einige Worte aus mir heraus zu bekommen, interessierten mich nicht. Neunte Minute, Felix Magath trifft. Wer behauptet, es war in der achten Minute, der war nicht dabei. Leuchtraketen knallten. Die Masse johlte, mir war zum Heulen. Fußball war mir auf einmal egal. Ich hatte Hunger und die Krise. Die vielleicht folgenreichste meines Lebens. Ich entschloss, wenn ich schon kein Leben als Modelfrau an Günter Netzers Seite führen konnte, wollte ich ein Leben ohne Fußball führen. Ich schaute einfach nicht mehr hin.
Dann kam die Liebe. Er war sechzehn, ich vierzehn. Er war Schalkefan, ich dann auch. Als er ein Auto hatte, waren wir alle zwei Wochen auf Schalke. Das ging mir irgendwann auf die Nerven. Er dann auch. Also wieder Fußballpause.
Dann mein Bruder. Er noch keine achtzehn, ich schon, ich auch schon motorisiert. „Schwester, fährst Du uns nach Dortmund, Bochum, München, wasweißich.“ UNS: eine Meute durchgeknallter Fußballfans in selbstgenähte Kutten und ein Arsenal von Schals eingewickelt. Warum ich damals nie Nein gesagt habe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich war es für mich so selbstverständlich am Wochenende auf irgendeinem Fußballplatz zu stehen, dass ich diesen neuerlichen und fortwährenden Angriff auf meine freie Wochenendgestaltung überhaupt nicht als solchen wahr nahm. Ich war gar nicht in der Lage, meine Wochenende selbständig zu planen. Natürlich stand ich immer mit in der Fankurve. Der FC Bayern in Bochum – nie hat man mir mehr Bier in den Nacken gekippt, nie hab ich mehr an der Menschheit gezweifelt, nie war ich kürzer davor zum Hooligan zu werden. Nur weil ich einen Bayern-Schal um hatte, (es war halt kalt), muss der hirnlose Bochumfan mich doch nicht für einen Bayern-Fan halten und mich mit Bier duschen. Diese Kurzsichtigkeit unter Fußballfans hab ich nie verstanden. Seit Jahren rede ich mir übrigens ein, es war nur Bier.

Ich suchte verzweifelt die schönen Seiten des Fußballs. Ich fand sie in Ralf Falkenmeyer. Frisurtechnisch war das die Rache an Günther Netzer. Eintrachtfan wurde ich trotzdem nie. Wer weiß, wie Fußball geht, wird kein Eintrachtfan. Viele Jahre später sollte ich in der Nähe Frankfurts wohnen, Ralf Falkenmeyer hatte ich längst vergessen. Er war wohl wieder Bademeister. Mein Vater musste längst nicht mehr seine Töchter in die Fußballstadien der Welt mitnehmen und mein Bruder hatte inzwischen einen FCB Fan-Club gegründet, für den ich zwar noch den Schriftverkehr führte, aber deren Chauffeurs-Kutte ich nicht mehr anziehen musste.

Da saß ich nun also in Frankfurter Gefilden und keiner spielte mit mir Fußball. Langsam schaffte ich den Absprung. Fußballwissen erwartete sowieso keiner von einem weiblichen Wesen, also erlaubte ich mir immer öfter bundesligatechnisch nicht auf dem neuesten Stand zu sein. Ich hörte auf, Kicker zu lesen und Sportschau zu gucken. Während ich früher alle Ergebnisse wusste, lernte ich nun alles zu ignorieren, was auch nur den Anschein erweckte, ein Fußballergebnis zu sein. Es funktionierte. Wer spielt? Kenn ich nicht. Ach so, die spielen jetzt in der Zweiten. Hab den Abstieg gar nicht mit gekriegt. Was für ne Position? Libero. Ja, klar. ChampionsWas? Hä? Wieso spielen die freitags? Abseits, nee, das hab ich noch nie verstanden.

Es war wunderbar. Ich wurde fußballblöd und bin es bis heute geblieben. Ich schaue einfach nicht mehr hin. Und Weltmeister 2010 wird Ghana.

Zum Lüften

FrauvonWelt liegt im Bett. Es regnet. Ihr Anzug hängt draußen auf der Terrasse. Zum Lüften. Seit gestern. Samstag war Klassentreffen. 25 Jahre. Sie haben sich nicht verändert. Alle nicht. Rauchen bis zum Umfallen. Früher mit acht Mädels auf’em Klo, heute vierzig Ehemalige in einer Kneipe. Früher kam die Lehrerin rein, klopfte an die Türen und rief: “Kinder, macht die Zellen frei.” Samstag rief niemand. Wir durften so lange wir wollten. Um vier hüpfte FrauvonWelt nach Hause. Der Geruch war der gleiche wie damals. Klassentreffen, Erinnerungen halt. Das muss so.
Wie war das noch? Wer bist du doch gleich? Warst du nicht die? Erstaunlich, was man noch so alles abgespeichert hat, ohne es zu wissen. Da muss nur jemand kommen, die richtige Taste drücken und schon ist alles da. Mein Kopf ist ein Internet - nur ohne Google. Da kommen sogar Dinge zum Vorschein, die will man gar nicht da haben. Er zum Beispiel, der sich gar nicht mehr daran erinnern konnte, sie verprügelt zu haben. Ganz langsam nur sprang der Erinnerungsmotor an. Aber dann wusste er wieder zu erzählen von zappelnden Armen und am Boden liegenden Körpern und Händen, die versuchten festzuhalten. Klassenfahrten auch ein heikles Thema. Fluchtversuche über Lehrerbalkone. Natürlich wird man erwischt. Wie so oft, wenn man den Schulhof verließ Richtung Hauptschule. Da waren schon immer die Cooleren, da konnte man auch offen auf dem Schulhof rauchen. Aber das Klassenbuch hätten wir vielleicht doch nicht in Brand stecken sollen. Dann schon lieber den Minivulkan im Chemieraum, auch wenn der nicht so ganz mini war und der Chemielehrer selten so schnell laufen musste. Aber wer mit knapp 13 seinen Biolehrer Arsch nennt, der kommt auch nicht zum Klassentreffen. Ja, ja, die Geschichte mit den Kuhaugen, die war dann auch wieder da.
Und schließlich landet man im Kindergarten. Erinnerungstechnisch. Im bayrischen Dirndl stand sie da. Lachte und sang. Das macht sie heute auch noch. Lachen, Singen und in Bayern wohnen. Sogar eine Vermählung gab’s im Kindergarten. Gefeiert mit Marmorkuchen und Fanta. Unvergessen. Marmorstein sozusagen.
Wer aber besitzt die Chuzpe 25 Jahre lang Fotos aufzubewahren und diese an so einem Tag der breiten (!) Öffentlichkeit zu zeigen? Komische Hosen, weiße Sonnenbrillen, seltsame Frisuren und Gesichter, die nur eines sagen: Leave us kids alone.
Und nun hängt der Anzug im Regen. Wahrscheinlich stinkt er morgen immer noch nach Rauch und Vergangenheit. Internet vergisst nichts.

Letzte Reihe

FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und summt ein Liedchen. “Brummer”, hatte ihre Klassenlehrerin in der Grundschule immer geschrieen, “setz dich zu den anderen Brummern in die letzte Reihe.” Dort saß sie also und verstummte. Wenn sie die Triangel spielen sollte, weigerte sie sich. Mach doch deine Scheißmusik selber, dachte sie dann. Die pädagogische Naturkatastrophe wehrte sich gegen derlei Verweigerung mit schlechten Epochalnoten. FrauvonWelt wehrte sich mit Bestnoten in den schriftlichen Arbeiten. Was das alles mit Musik zu tun hatte? Nichts. Schule halt.

Die Lehrerin ist tot. Ihr Sohn lebt noch und streitet sich gerade mit seinem Grundstücksnachbarn über ein paar Birkenäste, die einen Balkon zuhängen. Es sind seine Birken, die so schief wachsen, dass des Nachbarn Haus bald auch schief steht. Ihm ist das egal. Verklagen sie mich doch, hat er gemeint. Was das mit Nachbarschaft zu tun hat? Nichts. Lehrersohn halt.

FrauvonWelt brummt ihr Liedchen und wird wütend. Es gibt Menschen, die werden als Arschgeigen geboren und pflanzen sich dann auch noch fort. Pädagogenbrut. Dann gibt es aber auch Menschen, die können singen, die können tatsächlich richtig singen. Statt einer Triangel haben sie einen Stock. Sie haben selten Grundstücke mit schief wachsenden Birken. Aber in der letzten Reihe sitzen sie doch.

Krankheit ohne Namen (3)

Welchen Namen hat diese Krankheit wirklich? Viel habe ich recherchiert, viele Fragen gestellt. Nicht immer habe ich Antworten bekommen. Eine Poliomyelitis scheint mir wahrscheinlich. Nun gut, ich hab es ja überstanden, könnte man einwenden. Fünf schreckliche Wochen und ein Schwur, den ich bis heute gehalten habe: Nie wieder Krankenhaus. Ein Leben ohne Krankenhaus ist nicht das schlechteste. Ich habe nichts vermisst.

Aber: Wenn ich tatsächlich eine Polio hatte, dann ist davon auszugehen, dass Zellen meines Rückenmarks unwiderruflich geschädigt wurden. Die Arbeit dieser Zellen wurde dann von anderen Zellen mit übernommen, aber diesen anderen Zellen wird das irgendwann zu viel. Dann kommt es zum Post-Polio-Syndrom. Kurzum: Die ganze Scheiße kann wieder kommen. Und die Trefferquoten sind vier Millionen mal besser als bei der Impfpolio. (Ich glaube, jetzt habe ich zum ersten Mal Scheiße hier im Blog geschrieben).

Nun ist es ja hier in dieser intergallaktischen Welt ziemlich egal, ob jemand Beine hat oder nicht, ob die laufen können oder eben nicht. Aber außerhalb dieser Galaxis kann man diese zwei Gerätschaften schon sehr gut gebrauchen. Der Gedanke, dass meine Beine in absehbarer Zeit ihren Betrieb einstellen könnten, beunruhigt mich daher schon ein wenig.

Mein Stoffhund ist übrigens immer namenlos geblieben.

Krankheit ohne Namen (1)
Krankheit ohne Namen (2)

Krankheit ohne Namen (2)

An Mamas Hand nach Hause gehen. Wie lange hat ich mir das gewünscht? Im Rückblick kommt mir die Zeit im Krankenhaus wie eine Ewigkeit vor. Lange Zeit hätte ich schwören können, es wären nicht fünf Wochen, sondern fünf Monate gewesen.
Obwohl ich erst fünf Jahre alt war, habe ich glasklare Erinnerungen an die Krankenhauszeit. Einzelne Bilder sehe ich ganz deutlich vor mir. Das Behandlungszimmer, wie ich auf der Liege sitze und meinen Arm frei mache für die Spritze. Das Patientenzimmer, die weiße Bettdecke, die Glaswand, durch die ich in die anderen Zimmer gucken konnte. Die Duschen, der Speisesaal, der Flur, die Dachterrasse. An nichts sonst aus dieser Zeit, kann ich mir so klar erinnern. Es ist, als sei mir jeder Tag zweifach in die Venen gespritzt worden. HIER fand ich eine alte Aufnahme von der Klinik. Allein der Anblick lähmt mich.
An die Zeit danach nach dem Klinikaufenthalt, kann ich mich kaum erinnern. Nur ein Bild habe ich noch vor Augen. Da sitze ich auf der Gartenmauer und zeige den anderen Kindern ganz stolz meine Einstiche an den Armen. Links wie rechts waren meine Armbeugen durchlöchert.
Der Chefarzt der Klinik kam regelmäßig in den Laden meiner Eltern einkaufen. Er erkundigte sich immer nach mir. Manchmal traf ich ihn, dann tätschelte er mir den Kopf. Ich schwieg. Er ist längst gestorben. Ich würde ihm gerne ein paar Fragen stellen.

Welchen Namen hat diese Krankheit wirklich? Ich wachte eines Sonntagmorgens auf und konnte meine Beine nicht mehr bewegen. Ich war hüftabwärts gelähmt. Es gab vorher keine erkennbaren Krankheitszeichen. An Schmerzen kann ich mich nicht erinnern. Ich bin kurz zuvor gegen Kinderlähmung geimpft worden: Schluckimpfung mit dem Lebendimpfstoff nach SABIN. Eine Impfpoliomyelitis ist zwar selten, aber möglich. Angeblich trifft es von 4,5 Millionen Geimpften nur einen: mich. Mit dieser Trefferquote sollte ich wohl Lotto spielen.

Krankheit ohne Namen (1)
Krankheit ohne Namen (3)

Krankheit ohne Namen

Als ich fünf Jahre alt war, wurde ich krank. Sehr krank. Die Krankheit hatte keinen Namen, aber ich konnte nicht mehr laufen. Mein Vater trug mich auf seinen Armen aus dem Haus. Erst in fünf Wochen würde ich wieder kommen. Im Krankenhaus war ich allein. Ich war fünf Jahre alt und konnte meine Beine nicht mehr bewegen. Ich war allein. Jeden Tag bekam ich zwei Spritzen in den Arm. Ich wusste nicht warum. Ich lag da und sagte nichts. Ich wusste nicht, was mit mir passiert. Ich lag da und wartete bis Mama kam. Dann weinte ich. Mama, warum kann ich nicht mehr laufen? Mama, nimm mich mit nach Hause.
Aber Mama durfte mich nicht mitnehmen. Ich blieb. Allein. Die anderen Kinder interessierten mich nicht. Ich interessierte sie nicht. Ich konnte nicht laufen. Ich spürte meine Beine nicht mehr. Irgendwann stellte ich keine Fragen mehr. Ich ließ alles mit mir geschehen. Jeden Tag die Spritzen, das war das Schlimmste. Die Oberschwester nahm mir meinen Stoffhund weg und setzte ihn auf die Fensterbank. Wie sollte ich da dran kommen? Mein Mutter hatte ihn mir geschenkt, damit ich wieder gesund werde. Wie sollte ich gesund werden, wenn der Hund auf der Fensterbank saß? Der Chefarzt konnte meinen Eltern nicht sagen, was mit mir los ist. Oder er wollte es nicht sagen. Schwierig sei das mit der genauen Diagnose, Knochenmarkentzündung oder sowas könnte es sein, genau weiß man es nicht. Ob ich je wieder laufen könne? Ja, wahrscheinlich schon. Man müsse Geduld haben.
Irgendwann stand ich wieder auf meinen Beinen. Spritzen bekam ich trotzdem noch. Essen musste ich nun im großen Speisesaal. Ich mochte das Essen nicht. Ich wollte nichts essen. Doch die Oberschwester ließ mich dort sitzen, vor meinem Teller. Erst, wenn ich aufgegessen hätte, dürfe ich den Saal verlassen. Ich aß nicht. Ich saß Stunden in diesem Saal, in dem inzwischen das Licht gelöscht war und der träge vor sich hin dämmerte. Mir war kalt. Ich konnte wieder laufen, aber ich durfte nicht.
Mittagsschlaf war oberste Pflicht. Auf der überdachten Dachterrasse lagen die Kinder aneinander gereiht und in Decken gehüllt auf ihren Liegen. Unten ging meine Mama über den Hof. Sie fuhr nach Hause. Als ich den Kopf hob, um nach ihr zu schauen, schmetterte es gleich eine Ermahnung. Hinlegen! Ich war fünf Jahre alt. Ich wollte nach Hause. Drei Wochen lang waren meine Beine gelähmt. Als ich wieder laufen konnte, musste ich still sitzen und liegen bleiben.
Nach fünf Wochen durfte ich an Mamas Hand nach Hause gehen. Nie wieder, schwor ich mir, gehe ich in ein Krankenhaus.

Krankheit ohne Namen (2)

Krankheit ohne Namen (3)