Archive for the 'Alltagswelt' Category

1960

Ich hätte da mal eine Frage

Wie kommt mann eigentlich in die Verlegenheit, einen Schlüssel in die Seifenablage unter der Dusche ablegen zu müssen?

Teurer Fox

FrauvonWelt sitzt in ihrem Plüschauto und fährt durch die Straßen ihrer Heimatstadt. Dreißig Sekunden vor dem Ziel fängt im Radio Mr. Fox sein Haus am See an zu trällern. FrauvonWelt ist gleich drin im Takt, im Text sowieso und denkt: Och, ich fahr noch eine Runde um den Block, dann kann ich das Lied noch ein bisschen hören. Regler hoch, Stimme laut, leichtes Schulterwippen und im Rückspiegel plötzlich ein blau-silbernes Gefährt. Bitte anhalten.
“Da waren Sie aber wohl ein bisschen zu schnell, junge Lady.”
“Ich? Zu schnell?”
“Ja, Sie sind doch eben dort am Kiosk vorbei gefahren?”
“Jaha, aber schneller als 50 war ich bestimmt nicht.”
“Da dürfen Sie aber nur 30 fahren.”
“Oh, und Sie? Haben Sie da hinter dem Kiosk gestanden? Wie gemein.”
“Das hab ich jetzt mal überhört. Haben Sie Papiere dabei?”
“Ja, Moment.”
“Okay. Sagen wir 10 Euro. Sind Sie damit einverstanden?”
“Hab ich ‘ne Wahl?”
“Ja, Sie können Widerspruch…”
“Nein, nein, schon okay. Hier bitte schön.”
“Und machen Sie in Zukunft ‘nen bisschen langsamer. Und die Musik leiser, auch wenn es ein cooler Song ist. Tschüß.”
“Tschüß.”
Hier bin ich geboren und laufe durch die Straßen. Kenn die Gesichter, jedes Haus und jeden Laden, aber dass man da nur 30 fahren darf, muss neu sein.

Anspruchsvolle Zeiten

FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und denkt: Alles ist schief. Wo man hinschaut: schief, schief, schief. Die Menschen sind schief, sie laufen schief, sie sitzen schief und sie denken schief. Die Häuser sind schief, die Bäume stehen schief im Wind. Die Wirtschaft, die Politik, die Kunst, die Literatur, die Krokusse im Garten - Schieflage überall.

Anspruchsvolle Zeiten sind das. Manchmal muss man auf seinem Weg den Kopf einziehen. Und manchmal ist es besser, man schaut nicht nach vorn.

Mond ganz stille

FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und denkt über die Welt nach. Wenn sie das tut, schaut sie meistens nach draußen. Draußen ist es kalt. Mondkalt. Komm runter, du Kugelding, wenn du dich traust. Monatelang, ach was jahrelang hab ich an dich geglaubt, hab mir die Haare geschnitten, wenn du es erlaubtest, habe meine Blumen gegossen, wenn du gesagt hast, jetzt ist Zeit. Geholfen hat es alles nichts. Okay, ich war nicht immer so hunderprozentig konsequent. Wer ist das schon?
Du, Mond. Ja, du bist konsequent. Man kann sich wirklich auf dich verlassen. Ich bin kein Mond. Keiner gießt Blumen, wenn ich es sage. Dabei wäre es für die Blumen wirklich besser. Weißt du was, Mond, manchmal wünschte ich, mich würde einer zu dir schießen. Behauptet haben schon viele, dass sie es könnten. Aber alles nur leere Versprechungen. So sind die Menschen. Man kann sich nicht auf sie verlassen. Sie reden und reden und reden. Sie wissen alles über Pflanzen und Blumen und all das Zeug, was dazu gehört, aber gießen, gießen tun sie die Pflanzen nicht. Ich kann sie nicht leiden, diese Menschen. Ich bin kein Menschenfreund. Aber ein Mondfreund bin ich auch nicht. Du hängst da oben rum, starrst auf die Erde und treibst deine Spielchen. Mach doch mal was Verrücktes.
Gibt es einen Weg zu dir? Ich würde gerne auf dir herum trampeln. Ein Feuerchen machen, da sitzen und auf die Erde starren. Wow. Komm, hol mich rauf zu dir, Mond. Okay, ich glaube, mein Wasseranteil ist zu gering. Ich weiß, ich sollte mehr trinken. Hab ich gerade eine Woche lang gemacht. Nur getrunken. Hat auch alles nichts geholfen. Es ist nie so wie man es gerne hätte. Manchmal ist es nah dran, manchmal nicht. Aber eigentlich ist das alles egal. Es ist schwer, heute ein Menschenfreund zu sein. Es ist schwer, sie nicht auf den Mond zu wünschen. Mond? Mond, hörst du? Warum wünscht man die Menschen zu dir? Was hast du so Schlimmes getan, dass man dir die Pest an den Hals wünscht? Oder kannst du die Menschen heilen? Ach was, kannst du nicht. Meine Haare liegen nie. Ganz egal, ob ich mich nach dem Mondkalender richte, oder nicht. Ganz egal. Haare sind überhaupt ganz egal.
Mond, ich würd gern auf dir spazieren gehen. Nur für eine Nacht. Sag doch was. Sag doch endlich was. Häng doch nicht so blöd da oben rum. Ach, Mond. Ich schaue dich jetzt nicht mehr an. Ich will dich nicht mehr sehen. Geh weg. Hau ab.
FrauvonWelt steht auf, macht das Licht an. Im schwarzen Fensterglas spiegelt sich der rosa Plüschsessel. Kein Mond mehr zu sehen. Ertrunken im rosa Plüsch.

Lalala Laalaalalalalalaalaa

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lalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalalichhabefertigmitdiesemverflixt
enlebensjahrundwerdejetzt…weitersingen

Spielkind

Der Herr Vergrämer ist schuld, ist schuld, ist schuld. Ich stelle mir die ganze Zeit vor, dieser kleine schwarze Wicht sei er.