Nachdem FrauvonWelt eine Stunde bei McFit geschwitzt hat, ruft Tini an und sagt nur: Nun erzähl schon!
Tini, was dagegen wenn ich gerade noch fertig dusche?
Ja, ich hab was dagegen. Ich will jetzt sofort…
Okay, okay, ich bin in zwanzig Minuten bei dir, solange musst du dich noch gedulden.
FrauvonWelt beendete ihre Körperhygiene mit gewohntem Tempo und mit gewohnter Ausführlichkeit, schwang sich anschließend aufs Rad und war tatsächlich die zwanzig versprochenen Minuten später bei Tini.
Setz dich und erzähl, wurde sie von ihrer Freundin empfangen.
Und sie erzählte:
Nachdem wir das Museum gefunden hatten grinste uns im Entree erstmal ein Elchskelett an. Babsi war etwas aufgedreht und fing an rumzualbern mit dem Knochengewirr. Daraufhin kam gleich ein Museumswächter und wies sie darauf hin, dass das Berühren der kostbaren Exponate nicht erlaubt sei. Babsi starrte ihn sehnsuchtsvoll an – doch er war es nicht. Kein Tomatenmann. Sie konnte ja auch nicht danach fragen, sie kannte ja seinen Namen nicht. Wir gingen durch seltsame Katakomben mit Zebras, Urpferdchen und anderem Gehops und gelangten schließlich in die Vogelwelt des ersten Obergeschosses. Amsel, Drossel, Fink und Star. Babsi stimmte sogleich ein fröhliches Liedchen an. Dann fragte sie mich, was sie denn eigentlich sagen solle, wenn sie jetzt gleich auf ihren Tomatenmann treffe. Sing ihm doch ein Lied, schlug ich vor. Der Vorschlag wurde jedoch abgelehnt.
Dann stand er plötzlich vor uns. Ob wir uns schon die Vögel alle genau angeschaut hätten? Babsi starrte ihn die ganze Zeit nur völlig entgeistert an und sagte kein Wort. Um die peinliche Situation zu entschärfen, fragte ich ihn nach einigen seltsam anmutenden Vogelarten. Und er wusste sogar Bescheid. Babsi stand wie festgewurzelt, während ich einem irrsinnigem Vogelvortrag lauschte. Er wusste wirklich alles über diese Viecher. Besonders das Paarungsverhalten beschrieb er behäbig in allen Details. Aber eigentlich interessieren Vögel mich nicht besonders, auch deren Paarungsverhalten nicht. Ich schaute auf Babsi und sah die pure Verzweiflung. Sie stierte zurück. Es war als wolle sie mir sagen, komm lass uns verschwinden. Wie ich das jetzt anstellen sollte, wusste ich auch nicht.
Der Tomatenvogelmann erzählte und erzählte. Inzwischen hatten sich schon ein paar andere Museumsbesucher um ihn gruppiert und schauten wissbegierig. Ich nutzte die Chance, zog Babsi von ihrem Fleck und rannte mir ihr die Treppe hinunter. Babsi, der Kerl ist ja total bescheuert, bist du sicher, dass das der Tomatenmann war? Babsi war sicher, total sicher. Sie war sich allerdings auch sicher, dass sie im Aldi ihre Kontaktlinsen nicht drin hatte und irgendwie total unterzuckert gewesen sein muss. Babsi mach dir keine Sorgen, das kann im Aldi schon mal passieren, dass man daneben greift.









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