Monthly Archive for November, 2008

Something stupid bitte

FrauvonWelt wird in letzter Zeit immer häufiger mit der blöden Frage konfrontiert, was sie sich denn zu Weihnachten wünscht. Die Wunschliste mit Bettwäsche, Frotteewaren, Kloßkellen und anderen Nützlichkeiten ist längst abgehakt, und das, was sie sich wirklich wünscht, ja, das passt sowieso auf keinen Wunschzettel und auch nicht ins Sternchenpapier. Weshalb FrauvonWelt auf die Frage nach ihren Wünschen nur noch zu antworten pflegt: something stupid bitte!

Frau Schröder interviewt FrauvonWelt

FrauvonWelt hat heute Besuch. Frau Schröder ist da. Ja, die Frau Schröder, die das Buch verkauft, das mit den 6 Herrengedecken. Frau Schröder ist gekommen, um ein Interview mit ihrer Lieblingsautorin zu führen. Die zeigt sich mal wieder von ihrer charmantesten Seite.

Frau Schröder: Hallo FrauvonWelt.
FrauvonWelt: Hallo Frau Schröder, nehmen Sie doch Platz.
Frau Schröder: Danke.
FrauvonWelt: Kaffee?
Frau Schröder: Ja, gerne.
FrauvonWelt: Ich nehme an, Sie trinken Ihren Kaffee schwarz und ohne Zucker.
Frau Schröder: Ja, stimmt genau, woher…
FrauvonWelt: Ach, das hab ich im Gefühl wie jemand seinen Kaffee trinkt. Das sieht man den Menschen an.
Frau Schröder: Aha, danke schön, können wir gleich loslegen mit dem Interview. Ich bin etwas knapp in der Zeit.
FrauvonWelt: Ja, das kenne ich, geht mir oft auch so. Dann legen Sie mal los.
Frau Schröder: FrauvonWelt.
FrauvonWelt: Ja.
Frau Schröder: FrauvonWelt, wie geht es Ihnen jetzt als frischgebackene Buchautorin?
FrauvonWelt: Gut.
Frau Schröder: Nur gut?
FrauvonWelt: Nur gut.
Frau Schröder: Ihr Part in dem Buch trägt die Überschrift „Jetzt mal ehrlich FrauvonWelt“. Sind Sie ein ehrlicher Mensch?
FrauvonWelt: Ja, absolut. Mich macht das krank, wenn ich nicht ehrlich sein kann oder darf. Rollenspiele mag ich gar nicht. Wenn ich nicht ich selbst sein kann, dann bin ich nicht ich selbst, das kann nicht sein. Ich kann zum Beispiel überhaupt nicht lügen. Dann sag ich lieber gar nichts. Deswegen rede ich auch so wenig. Denn eigentlich fallen mir den ganzen Tag nur Lügen ein, die sprech ich dann aber nicht aus.
Frau Schröder: Wie viel geben Sie in diesem Buch von sich selber preis? Oder anders gefragt: Sind die Zeilen in diesem Buch autobiografisch?
FrauvonWelt: Also, die vom Taubenvergrämer sind es bestimmt…
Frau Schröder: Nein, ich meine doch die Ihren.
FrauvonWelt: Ach so, dann sagen Sie das doch auch.
Frau Schröder: Hab ich doch.
FrauvonWelt: Haben Sie nicht.
Frau Schröder: Sie lügen.
FrauvonWelt: Ich lüge nie. Auch nicht in diesem Buch. Erst recht nicht in diesem Buch. Ich glaube, das Publikum ist immer an der Wahrheit interessiert.
Frau Schröder: Das heißt, alles, was in dem Buch steht, ist auch so gewesen?
FrauvonWelt: Das fragen Sie besser MC Winkel.
Frau Schröder: Wissen Sie was, FrauvonWelt, Sie sind ganz schön anstrengend.
FrauvonWelt: Ach, ich bin anstrengend, weil Sie so blöde Fragen stellen.
Frau Schröder: Gut, versuchen wir es anders. Was steht denn nun drin von Ihnen in dem Buch?
FrauvonWelt: Na, die Wahrheit. Wie ich angefangen habe, alles aufzuschreiben, warum und weshalb, und wie das war mit Susi und dem Himbeereis, dem Italiener und der Sauna im Fitnesstreff, damals im Pumpernickelland und heute auf dem Plüschsessel.
Frau Schröder: Wie lief denn die Zusammenarbeit mit den anderen Autoren?
FrauvonWelt: Spitze. Das konnten Sie ja bei der Lesung sehen. Die Herren saßen auf meinem Sessel und ich musste die ganze Zeit durch die Bude flitzen.
Frau Schröder: War das nicht so abgesprochen?
FrauvonWelt: Doch.
Frau Schröder: Na, dann beschweren Sie sich auch nicht. Wird es weitere Lesungen geben?
FrauvonWelt: Oh ja, unbedingt. Nächstes Jahr greifen wir Berlin oder Hamburg an.
Frau Schröder: Gibt es schon Termine?
FrauvonWelt: Nö, war ja nur ne Idee. Dafür sind Sie doch eigentlich zuständig.
Frau Schröder: Stimmt, dann fahre ich am besten schon mal nach Hamburg und suche ne passende Umgebung.
FrauvonWelt: Nehmen Sie mich mit?
Frau Schröder: Nö.
FrauvonWelt: Hm. Haben Sie noch Fragen?
Frau Schröder: Woran schreiben Sie aktuell? Gibt es schon ein neues Projekt?
FrauvonWelt: Aktuell schreibe ich an einem Interview. Sonst gibt es keine neuen Projekte, nur alte. Aber die zuhauf.
Frau Schröder: Was sind das für Projekte.
FrauvonWelt: Alles Bücher. Noch einen Kaffee?
Frau Schröder: Ja, bitte.
FrauvonWelt: Gibt es eigentlich bei Ihnen neue Projekte?
Frau Schröder: Bei mir? Ja, ich plane das nächste Buch.
FrauvonWelt: Welches wird das sein, wenn man fragen darf?
Frau Schröder: Ihres.
FrauvonWelt: Oha, wieso erfahre ich das erst jetzt?
Frau Schröder: Sie müssen ja nicht alles wissen. Wo bleibt mein Kaffee?
FrauvonWelt: Hier, bitte schön.
Frau Schröder: Danke.
FrauvonWelt: Frau Schröder, Sie gefallen mir.
Frau Schröder: Ja, das glaub ich Ihnen gerne. Ohne mich, ging es Ihnen auch ganz schön schlecht.
FrauvonWelt:
Na, ohne mich könnten Sie aber auch nicht mehr.
Frau Schröder: Ich fürchte, da haben Sie recht.

Amelie

Während FrauvonWelt nun auf die Umzugskisten wartet, und das wohl vorerst letzte Wochenende ohne Kisten genießt, bleibt Zeit, ein Filmchen zu gucken. Und wenn einem eh so ein bisschen warm ums Herz ist, dann versinkt man noch viel leichter in der fabelhaften Welt der Amelie. Was für ein entzückender Film.

Wenn mir jetzt bitte noch jemand heißen Tee und Apfelkuchen serviert.

Hirnausfall total

FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und weiß nichts mehr. Ist das überhaupt ihr Plüschsessel auf dem sie da sitzt? Seit Tagen schon fällt alles durchs Hirn. Nichts bleibt mehr haften. Geburtstage verpennt, Termine verschlafen, Verabredungen nicht eingehalten. Am Mittwoch glaubte sie den ganzen Tag es sei Dienstag. Bis dann die E-Mail von ihrer Klavierlehrerin kam, die fragte, wo sie denn gewesen sei. Gestern wartet unsere FrauvonWelt den ganzen Tag auf die bestellten Umzugskisten, die aber den ganzen Tag nicht geliefert wurden. Irgendwann die Erkenntnis, dass man vielleicht hätte die Rechnung auch hätte bezahlen sollen, wenn man schon auf Vorkasse bestellt. Letzte Woche hatte die Nichte Geburtstag - vergessen. Den Entschluss Brot zu kaufen, aus der Küche raus - vergessen. Ist das jetzt der Anfang vom Ende?

Nein, sie ist nicht verliebt, zumindest nicht mehr als sonst auch. Und ja, sie ist überarbeitet, aber das ist sie immer. Ja, Schlafmangel hat sie auch, aber nicht mehr als sonst. Das kann es alles nicht sein. Irgendetwas Unheimliches ist da am Werk.

Der Umzug (1) - Blick zurück nach vorn

FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und denkt an den Umzug. In acht Wochen stehen die Umzugswagen vor der Tür und wollen beladen werden. 320 Kilometer nordwärts wird sich der Treck bewegen und dort vor dem Häuschen am Wald halten. 320 Kilometer nordwärts ist Heimat. Endlich. Vor 17 Jahren hat FräuleinvomLand ihr Köfferchen gepackt und die Heimat verlassen. Vor 17 Jahren war Winter. Im Januar 1992 fuhr der kleine, weiße Polo mit nichts als Naivität, Zuversicht und unbedingtem Freiheitsdrang beladen in die große Welt hinaus. Die große Welt hieß Rhein-Main-Gebiet. Es war laut, voll, eng und immer irgendwie stickig. Aber es war weg von zu Hause, also gut.
Nun geht es zurück. Das Häuschen am Wald wartet. Der Blick aus dem Fenster ist weit und ruhig. Alles seltsam vertraut und bekannt, aber doch fremd und neu. Die Umzugskisten sind bestellt. Die vergangenen 17 Jahre werden nun verpackt. Vieles bleibt hier, weil es nicht mehr zählt, keinen Platz hat im neuen Haus. Die drei Dinge aber, die damals im kleinen Polo Platz fanden, die kommen auch heute wieder mit zurück.

Alles in Ordnung bei Frau Mögelmann

Das kleine, bunte Tischchen geschultert, machte sich FrauvonWelt heute auf zu Frau Mögelmann. Frau Mögelmann, die ihren Tisch schon von weitem durch die Ginsheimer Gassen hat laufen sehen, war sehr erfreut.
“Da kann ich ja endlich meinen Adventskranz wieder da drauf stellen.”, rief sie leicht erregt.
“Adventskranz? Es ist doch erst November, liebe Frau Mögelmann.”
“Ich kauf den ja schon immer früh, dann gibt es noch die schönsten.”, erklärte die Mögelmannsche der immer noch tischbeladenen FrauvonWelt.
Mit den Worten: “Ich stell das gute Stück wieder unten ans Fenster, wenn es recht ist.”, stapfte FrauvonWelt durchs Haus auf den Fensterplatz zu. Frau Mögelmann hinter ihr her.
“Ja, ja, machen Se mal. War ja wirklich schön am Samstag, wirklich schön. Und der Bürgermeister Kainer hat Ihnen tatsächlich Champagner geschenkt? Mei, sowas krieg ich net. Aber naja. Dafür hatten wir Frauen ja auch was zu Gucken.”, warf Frau Mögelmann sanft ihren Nacken zurück und schaute plötzlich ganz beseelt.
FrauvonWelt verfolgte die Mögelmannschen Augen, die erst eine seltsame Färbung annahmen, dann völlig zu versinken drohten. “Frau Mögelmann?”
“Ach, ich lese ja jetzt jeden Abend in Ihrem Buch. Wissen Se, der Herr Winkelsen, hach, was der so für Geschichten schreibt, und wenn er sie auch noch selbst vorliest, hach, der könnte sich schon mal auf meine Bettkante hocken und mir vorlesen.”
“Aber Frau Mögelmann.”
“Ja, mei, warum denn net? So, jetzt stellen Se den Tisch da her und den Kranz wieder da drauf. Nun hat alles wieder seine Ordnung.”
“Ja, Frau Mögelmann, und danke noch mal, dass Sie mir das gute Stück geliehen haben.”
“Das mach ich doch gerne.”

Der Sessel zur Lesung

Ein Schmuckstück, ein ganz wunderbares, hat uns den Leseabend am vergangenen Samstag verschönt. Die Rede ist Ausnahmsweise einmal nicht von MC Winkel, sondern von Marilyn. Marilyn ist eine Leihgabe der Bretz Wohnträume GmbH in Gensingen.

Dank an Bretz Wohnträume für die Leihgabe des Sessels und die Nutzungsrechte am Bild.