Ein Heimkommen, die vielen Kisten, die lange Fahrt, die Gedanken der Rückkehr, endlose Müdigkeit, schmerzende Hände, verschwommen im Rückspiegel die Lichter der Metropole, am Horizont der Wald, der Wald der Kindheit, der Jugend, der sonstigen Verklärung auch, ja, man reist nicht zurück, nein, die Gedanken gehen vorwärts, rückwärts kann man nicht denken. Erinnerungen, ja gewiss, viele, viele, gute und schlechte, hier wie dort, aber Erinnerungen an ein Heimkommen gibt es nicht. Als sei ich noch nie heimgekommen, alles fühlt sich neu an, doch vertraut, aber auch fremd, fremd und vertraut, falls das geht, Wirrwarr überall, auch in den Kisten, in den Räumen, im Kopf. Wo ist das Herz? Sternenklar ist der Himmel, beugt sich hinab mit seiner klirrenden Kälte, ein schneeweißer Kuss lässt das Herz aufflammen, wie schön doch die Heimat ist, denkt sie und denkt im gleichen Moment, du spinnst.
Ein Heimkommen, ein Ankommen, ein Wegkommen, zurück lässt man nur Spinnweben, der Staub der letzten Jahre hängt noch an den Möbel, man muss aufpassen, damit er sich nicht wieder breit macht, Wischlappen wischen die Vergangenheit weg, alles blitzblank, blitzblanke Illusionen, wie schön doch die Heimat ist, denkt sie und denkt im gleichen Moment, du spinnst. Und dann ist es da, das Rauschen der Bäume, die überall sind, vorne und hinten und neben dem Haus, man wohnt ja am Wald, mächtiges Rauschen, mächtig viele Bäume, am Wald hat man noch nie gewohnt, das ist neu, neu am Heimkommen, und gut ist es auch, ein Wald in der Nähe ist Kindheit, ist das beste, was man haben kann. Menschen ohne Wald sind Menschen ohne Wald, nur die Lichter im Rückspiegel, dann sind sie verschwunden, ein Seufzer bleibt bei Ihnen. Wo ist das Herz? Es muss nun träumen von Ihnen, Träume sind Schäume, Schönes wird daraus geboren, Sprüche sind zuhauf auf die gefrorene Erde gefallen, zersprungen an scharfen Kanten, zersplittert, oder einfach aus den zu schwer gepackten Kisten gefallen, natürlich trifft es nur das gute Porzellan, drei Teller für einen Umzug, das geht. Aber immer trifft es nur das gute Porzellan, und wenn es kaputt ist, merkt man, was man verloren hat, da hilft kein Kleben mit Tränen, da hilft kein sehnsuchtsvolles Zurückblicken auf den gedeckten Tisch. Wer hat zuletzt davon gegessen? Es waren Freunde. Die Vokabel schmerzt. Wo ist das Herz? Fern der Heimat und doch so nah. Rückwärts kann man nicht denken, aber fühlen, fühlen kann man in alle Richtungen, kreuz und quer, und dann möchte man die übrig gebliebenen Teller auch noch wegschmeißen, damit sie nicht mehr alleine sind.
Ein Heimkommen, kein Fortkommen, ein Flug ins Ungewisse, die nächtliche Stille bringt ein plötzliches Erwachen, da müsste doch was gewesen sein, mindestens ein Auto, ein Flugzeug, ein paar lärmende Menschen, doch da ist nichts, nur Stille, es ist wirklich still. Dann kann man wieder beruhigt schlafen und träumen und die Flügel ausspannen in diesem stillen Land. Doch die Seele, die Seele, die fliegt immer noch weit weg, nachts, ganz heimlich, da fliegt sie zurück und guckt, wie eine Mutter nach ihren Kindern, ob alle schlafen, obwohl man ja weiß, dass alle schlafen, dass alles ist wie immer, dass alles weiter läuft wie gewohnt, aber die Seele fliegt zurück und bleibt noch lange dort, dort, wo das Herz ist.
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