FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und liest P.M. Dieses Magazin gehört nicht zu ihrer regelmäßigen Lektüre, aber so dann und wann lockt eine besondere Zeile auf dem Titel. Diesmal die Frage: „Wie wäre die Welt ohne Männer?“ FrauvonWelt hat natürlich längst ihre Antwort auf diese Frage gefunden, aber man kann ja mal schauen, was andere darüber denken. Vorweg muss man jetzt erklären, dass FrauvonWelt eine leidenschaftliche Erste-Sätze-Sammlerin ist. Erste Sätze, mit denen schon alles gesagt ist. Die sind selten, aber es gibt sie. Schade nur, dass die meisten Autoren dann noch weiter schreiben.
Zurück zu der männerlosen Welt. Ein überdimensionales Bild schmückt den Artikel. Frauen in Männerberufen, die Bischöfin, die Feuerwehrfrau, die KfZ-Mechanikerin. Nein, glücklich sehen die nicht aus. Dann der Hammersatz mit dem der Artikel beginnt:
Am Strafraum grast ein Reh,…
FrauvonWelt stößt einen spitzen Schrei aus. Das tut sie immer, wenn sie einen ersten Satz gefunden hat. Am Strafraum grast ein Reh,… FrauvonWelt liest ihn wieder und wieder. Ganz langsam muss man so einen Satz wirken lassen. Am Strafraum grast ein Reh. That’s it. Grandios.
Klar ist damit natürlich auch, das keine Frau diesen Artikel geschrieben hat. Der Autor trägt den schönen Namen Jakob Vicari. Ja, Sackzement, denkt FrauvonWelt, das ist doch der Ameisen-Vicari. Natürlich ist er das. Im vergangenen Jahr hat er den wunderbaren Ameisenblog geschrieben, dann aber die Krabbelviecher zwecks Winterschlaf in den Kühlschrank gepackt und seitdem ruht alles.
Herr Vicari, holen Sie doch mal bitte die Ameisen aus dem Kühlschrank, und lassen Sie die süßen Kleinen wieder krabbeln, dann erzähle ich Ihnen auch, wie die Welt ohne Männer wirklich wäre.









Es gibt Sätze, die hätte ich gern auch geschrieben. Viele Sätze dieser Art gibt es. Aus vielen Federn. Meist schreibe ich andere Sätze. Immerhin. Und es gibt auch viele Sätze, die ich ungern geschrieben hätte. Dieser jedoch… par bleu.
FrauMetzgertochtervonWelt,
Rehe äsen.
Und: „Nennt mich Ismael“ klänge doch in einer Welt ohne Männer vollkommen bescheuert.
Herzliches Glück auf! :–)
PS: Das Ameisenblog kannte ich auch und finds ebenfalls schade, dass da nix mehr krabbelt.
… in die Küche ist Science Fiction
Liebe FeuerwehrfrauvonWelt, dös geht ja goar net! Aehm, ich habe momentan leider einen im Tee, sonst würde ich sinnvoll weiter kommentieren. Aber so müssen Sie leider bis morgen warten.
Guten morgen meine liebe, ich möchte fast wetten, dass hr. vicari nur diesen einen satz verfasst hat, in nächtlicher umwandelung -versteht sich -, und der rest des artikels absolut nur von einer frau erfasst wurde. ich habe heute keinen im tee, deshalb jetzt mein kommentar und sie müssen nicht bis morgen warten.
Und ich hatte noch nicht einmal einen Tee
heute morgen, liebe Frau vonWelt.
Herzlich
Ihr Erdge Schoss
Das kann ich auch:
An der Mittelfeldlinie galoppiert eine Kuh.
Ach, bester Herr Ole, Ihr Understatement zeichnet Sie aus.
Bescheuert hin, bescheuert her, werter Herr corax. Moby Dick würde noch leben. Keine Frau käme je auf die Idee, so nen dicken Fisch zu fangen, der passt doch in keine Bratpfanne.
In Ihrer vielleicht, bester Herr Phil, in meiner gäbe es nur noch Schokolade und Himbeereis.
Sie gefallen mir aber, bester Herr Westpfalz-Johnny, wenn Sie so einen im Tee haben. Was gab es denn zu feiern?
Der Rest des Artikel, liebe Lady wombat, könnte in der Tat von einer Frau geschrieben worden sein, ist er aber nicht. Sie kennen Herrn Vicari nicht
Tragisch, mein lieber Herr Schoss, wo ist denn Ihre Zugehfrau? Kann die nicht mal Tee kochen?
Grandios, werter Herr Michi, grandios. Ich werde sofort Schweden kontaktieren.
Herzlichst
Ihre FrauvonWelt
Schweden?
Sie verwirren mich.
Ich, die ich eher Augenblicke sammele und Schluss-Sätze, besonders wenn sie von ein wenig Pathos umrankt sind, werde nachher beim Friseur, wo diese Zeitschrift stets ausliegt, den Artikel lesen.
Eine Antwort, verehrte FrauvonWelt, hätte ich allerdings jetzt auch schon parat.
Verwirren? Gerne, werter Herr Michi.
In Schweden sitzt ein Preiskomitee, das Preise auslobt, die Sie verdient hätten. Momentan sind nur alle Leitungen belegt. Aber ich mach das für Sie.
Herzlich
Ihre FrauvonWelt
Heimatfest in Lauterecken, liebe FrauvonWelt. Der Montag-Abend ist quasi immer das Highlight, weil an diesem Abend die Wahl zur Miss Lauterecken stattfindet.
Aber woher, werte FrauvonWelt, wollen Sie das wissen?
Und, werter Herr Westpfalz-Johnny, haben Sie gewonnen?
Ich, werter Herr Winkelsen, war das Reh am Strafraum.
Herzlichst
Ihre FrauvonWelt
Sehr nobel von Ihnen, FrauvonWelt, sehr nobel. Ich bin zutiefst verrührt, in pink.
„Rehrücken ist besser als Ohrensausen oder Seitenstechen.“
(Binse)
Steht Ihnen ausgezeichnet dieses Pink, werter Herr Michi, wirkt fast malerisch.
Danke, werter Herr Coras, ich habe verstanden und jetzt Hunger.
Herzlichst
Ihre FrauvonWelt
Soviel Alkohol hätte ich gar nicht trinken können, wie nötig gewesen wäre, dass ich mir diese Blöße gegeben hätte.
Werte FrauvonWelt,
Hunger? Späte Rache.
Als Alternative empfehle ich Schweineschultern, abraten würde ich allerdings sehr vom Straußenfedern, die sind mitunter sehr unverträglich.
Glück auf! :–)
PS: Sorry, dass ich Ihnen hier die Kästlein vollkritzel, ich hab heut’ Früh wohl aus Versehen ‘nen Clown gefrühstückt.
So schlimm, lieber Herr Westpfalz-Johnny, diese Veranstaltung? Dabei ist doch die Miss Lauterecken ein ganz hübsches Ding.
Kritzeln Sie ruhig weiter, bester Herr corax, hier ist ja Platz. In Sachen Frühstück würde ich jetzt auch den Clown vorziehen. Haben Sie noch nen Stück?
Herzlichst
Ihre FrauvonWelt
Nein, ich meinte, damit ich bei der Wahl zum Mister Lauterecken mitgemacht hätte. Die Veranstaltung ist schon ganz lustig…
ist da auch eine taubenvergrämerin abgebildet? samt telefonnummer? ich denke darüber nach, mich fort zu pflanzen
Ich, werter Herr Westpfalz-Johnny, hätte für Sie gestimmt!
Muss, werter Herr Juf, das denn unbedingt eine Taubenvergrämerin sein? Geht nicht auch ein Reh?
Herzlich und unverblümt
Ihre FrauvonWelt
Werte FrauvonWelt,
leider muss ich meine Artikel nach dem ersten Satz fortsetzen. Sogar oft erst einen Artikel schreiben, bevor mir so ein erster Satz einfällt. Und manchmal verschieben die Redaktionen dann den ersten Satz in die Mitte. Arbeite schon an weiterer Nahrung für Ihre Erste-Satz-Sammlung…
Ihr Jakob Vicari
Sie, liebe Frau von Welt, haben am Strafraum gekifft?
kann denn ein reh mein kind austragen?
Oder gar Zwillinge?
Werte FrauvonWelt,
aber sicher doch. Wie gewünscht ein Stück vom Clown. Wohl bekomm’s.
Glück auf! :–)
Werter Herr Vicari, es ist eine Krux mit diesen ersten Sätzen. Erste Sätze brauchen den Rest des Artikel, damit man erkennen kann, dass der erste Satz auch ohne den Rest ausgekommen wäre. Insofern: Ja, schreiben Sie unbedingt weiter. Ich les jetzt erst mal Ihre Wissensmacher.
Herr Schmidt! Ich kiffte nie, schon gar nicht an Strafräumen. Seh ich aus wie ein Reh?
Wer sonst, werter Herr Juf, wer sonst?
Auch die, werter Herr Michi, auch die. Reh halt.
Lecker war’s, bester Herr Corax. Vielen Dank.
Herzlichst
Ihre FrauvonWelt
Dieser Satz ist in der Tat eine Perle. Wie FrauvonWelt im übrigen auch!
Oh, vielen Dank, werter Herr B. Ihr Nachsatz perlt aber auch sehr schön.
Herzlichst
Ihre FrauvonWelt
Lieber Understatement als Underberg.
Gegen Understatement, werter Herr Ole, ist absolut nichts einzuwenden, gegen Underberg so ziemlich alles.
Herzlichst but regnerisch
Ihre FrauvonWelt