Schuhe, die die Welt nicht braucht (4)

Hier nun wieder ein Exemplar aus FrauvonWelts Lieblingsserie. Diese goldenen Treterchen wurden irgendwann im vergangenen Jahr in Nürnberg gekauft und nie getragen.

Dabei sind noch nicht einmal die Schuhe das Problem, sondern ein viel schwerwiegenderes: FrauvonWelt hat sich mit ihrem Alter vertan. Diese goldenen Treterchen hätte sie wunderbar mit 18, vielleicht auch noch mit 22 tragen können, aber heute? Heute sieht das aus wie “gewollt und nicht gekonnt”, wie “bestellt und nicht abgeholt”, wie “den letzten Gong nicht gehört” oder wie “dumm gelaufen”.
Nun ist durchaus die Frage gestattet: Wie konnte sowas passieren? Wie konnte FrauvonWelt vergessen, wie alt sie ist? Hatte sie am Morgen nicht in den Spiegel geguckt? Hatte sie nicht ihre grauen Härchen gekämmt? Hatte sie nicht ihre brüchigen Fingernägel beim Frühstück betrachtet? Hatte sie nicht ihren gebückten Gang durch die Stadt bemerkt? Hatte sie nicht gemerkt, dass sie nach 500 Metern schon schwerfällig atmete? Hatte sie nicht gemerkt, dass die jungen, gut aussehenden Burschen sie überhaupt nicht mehr beachteten? Hat sie nicht gemerkt, dass ihre Fast-Food-Cola-Rauchen-Zeit (sprich: Jugend) längst vergangen ist?
Nein, all das hat sie nicht bemerkt. Nicht an diesem Tag. Nicht beim Blick in den Spiegel, nicht beim Frühstück, nicht im Schuhgeschäft. Den jungen Burschen hat sie hinterher geschaut und Cola hat sie auch getrunken. Und wenn sie Lust hast, dann zieht sie morgen diese verdammten, goldenen Treterchen an. Für einen kurzen Moment.

20 thoughts on “Schuhe, die die Welt nicht braucht (4)

  1. Werte FrauvonWelt,

    in einer Turnhalle können Sie die Dinger doch durchaus noch tragen.
    Vielleicht finden Sie dort auch noch einen Gay Rich.

    Glück auf! :–)

    PS:
    Geben Sie Herrn Michi das mal in die Hand(hihi), ich sehe da gute Chancen für ne Rückabwicklung.

  2. Nein, meine Liebe, dafür sind sie nicht zu alt. wären diese Treterchen in fadem schwarz, oder banalem rot gehalten, dann würde ich ihnen ja vielleicht noch recht geben, aber diese Schuhe sind das sportlich-eleganteste, das ich jeh gesehen habe. und das mit dem gebückten gang, das kenne ich…

  3. Sie meinen, lieber Herr Schoss, das seien Haschschlappen, besser noch Haschischschlappen? Na gut, dann her damit.

    Nix da, liebe Melly, die sind total gold, ich schwör’s. Ne Brille hab ich übrigens schon. Zwei.

    Sie meinen, werter Herr Corax, Männer wie Gay Rich laufen in Turnhallen rum? Und was mache ich mit dem, wenn ich ihn gefunden habe?

    Danke, liebe Lady Wombat, Sie verstehen es, mich aufzubauen. In schwarz hab ich die Treter übrigens auch, aber das trau ich mich nicht zu sagen.

    Das, werter Herr MiM, hilft mir jetzt auch nicht wirklich weiter. Weil, da komm ich so schnell nicht hin.

    Sehr aufbauend, liebe Johanna, dann warte ich halt auf den Tag, an dem Sie mich zum Mond schicken.

    Mit den Schuhen, liebe Frau Ährenwort, lauf ich schneller Florence Griffith-Joyner. Nur wissen will das keiner.

    Herzlich und forever young
    Ihre FrauvonWelt

  4. Liebe FrauvonWelt, bei allem Respekt vor Ihrem ansonsten stets stilsicheren Geschmack, diese Treter hätte ich mir noch nicht mal mit 16 gekauft, als ich mir meine ersten “normalen” Chucks zugelegt habe.

  5. Müssen Sie, bester Herr Westpfalz-Johnny, mir das jetzt so in aller Deutlichkeit sagen. Ich leide doch schon genug.

    So haben wir halt alle unser kleines Geheimnis, liebe Lady Wombat. Wobei die k-swiss doch gar nicht so hässlich sind.

    Ich fürchte, werter Herr Winkelsen, da müssen Sie ein paar Zehen opfern, damit sie passen.

    Herzlich und mit Schlappen an den Füßen
    Ihre FrauvonWelt

  6. Ach, liebe FrauvonWelt, es schüttelt die DiVa den Kopf und ist mit Ihnen traurig. Aber wenn Sie die lange genug aufbewahren, werden die bestimmt wieder a jour für die nachfolgende Generation. Dann verkaufen Sie die,die güldenen Schlappen, auf Ebay, als cooles Retrokleidungsstück sozusagen.
    Es grüsst mitleidig Ihre Frau DiVa

  7. Sie meinen, liebe Lady DiVa, es gibt Menschen, die so blöd sind und für diese Haschschlappen Geld bezahlen? Nie im Leben, oder?

    Herzlich und ungläubig
    Ihre FrauvonWelt

  8. Oh! Mein! Gott!
    Das sind doch auch gar nicht Sie, liebe FrauvonWelt! Waren Sie in Nürnberg vielleicht jemand anderes? War das etwa zu dem Zeitpunkt, als Herr Schmidt Sie mit/in seinem Bett nach Nürnberg tragen wollte (oder so)?

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