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Kurzschluss | Feuerkinder

Kurzschluss – ein schönes Projekt. Ausgewählte Autoren schreiben zu einem vorgegebenen Thema und veröffentlichen gleichzeitig. Sie verlinken ihre Texte mit den jeweils anderen. Die Autoren sind jeden Monat andere, das Thema wechselt ebenso. Das Augustthema: Hingabe.

So weit so gut. Der Begründer des Projektes ist BastiH vom Chaosplaneten, der sich gestern aus gesundheitlichen Gründen aus seinem Blog verabschiedet hat. Die letzten Anweisungen für dieses Projekt fehlen mir also. Fest steht nur der Veröffenlichungstermin: Heute 10 Uhr. Meine Mitautoren, die ich hier hätte verlinken müssen, kenne ich nun nicht. Aber daran sollte das Projekt nicht scheitern, und ich hoffe, dass auch die anderen Autoren das Projekt nicht vergessen haben.
Gute Besserung und beste Wünche an BastiH.

Edit: Mitautoren gefunden: GlamourDick, Suspect-zero und to01



Feuerkinder

Der Tag war trocken. Der Boden hart und unnachgiebig. Ein Funke nur, ein einziger Funke, und das Feuer in uns würde entfacht. Die gierige Glut forderte, was ihr nicht gehörte. Das lüsterne Knistern verriet ihre ständige Gegenwart. Fortwährend. Keiner hätte sie leugnen können. Keiner hätte sie leugnen wollen.

Und doch. Es durfte nicht sein. Nicht wir. Nicht wir beide. Wir saßen an die Hauswand gelehnt. Blicke verloren sich am Horizont, schauten hinab ins Tal. Das Flimmern über den Dächern der Stadt brannte sich in die Netzhaut. Die Sonne wehrte sich mit loderndem Farbenrausch gegen die drohende Nacht. Ein ewiges Spiel.

Ich nahm einen Schluck Wasser, sehnte die Nacht herbei, die Dunkelheit, die Kühle, die Ruhe in unseren Herzen. Lange war das her. Öl tropfte in mein Herz. Als ich ihn anschaute, spiegelte sich das Feuer des Himmels in seinen Augen. Nein, mach die Augen zu, ich will das nicht sehen, lass es Nacht werden. Lass es endlich Nacht werden. Es darf nicht sein. Nicht wir. Ich stand auf, wollte gehen und wollte es doch nicht. Wusste nicht wohin. Spürte die Hitze, die Glut, das Verlagen, all das und mehr. Wollte mehr, wollte dich, wollte verglühen mit dir.

Seine Hand an meinem Arm hielt mich fest. Ich schaute ihn an. Er zog mich an sich. Die Berührung war Inferno und Wonne zugleich. Heiß, glühend, genussvoll. Der Himmel über uns färbte sich rot. Meine Haut brannte. Seine Schweißperlen waren Öltropfen in der geifernden Glut. Nicht wir beide. Nicht wir. Worte verbrannten wie Papier. Das Feuer fraß mit gierigem Verlangen. Wir waren machtlos, körperlos. Wir waren alles und nichts.

Die Asche war kalt. Der Boden hart und unnachgiebig. Die Tage waren trocken. Die Ödnis in unseren Herzen würde nie mehr schwinden. Nicht wir. Nicht wir beide. Wir haben es gewusst. Immer. Und doch.