Alles wird bossa

FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und denkt über eine Karriere als Konzertfotografin nach, während sie die 181 Fotos vom gestrigen Abend betrachtet. Dass sie fortan nur noch die Konzerte des Hotel Bossa Nova knipsen will, ist zumindest ihr klar.

Hinein also ins Wiesbadener Walhalla Theater.

Noch ist die Bühne unbeseelt, im Zuschauerraum wird es hingegen eng, außerdem gibt es Bier. Warten auf die Stars:

Here we go. Dann sind sie plötzlich da und legen los. Binnen weniger Minuten steigen die Temperaturen im Saal ins Copacabanische.

Die Stimme: Liza da Costa. Einzigartig. Temperamentvoll. Mitreißend.

Am Kontrabass: Alexander Sonntag. Gigantisch. Virtuos. Famos.

An der Gitarre: Tilmann Höhn. Akrobatisch. Brillant. Unerreicht.

Am Schlagzeug: Wolfgang Stamm. Außergewöhnlich. Hervorragend. Meisterlich.

Zusammen sind sie: Hotel Bossa Nova. Saugut und supersympathisch.

In der Pause ein kurzer Plausch mit den Stars. Tilmann malt kleine Gitarren auf CDs, Liza Herzchen. Hallo Liza, bitte mal lächeln. Danke. Eine Besucherin trägt außergewöhnlichen Beinschmuck.

FrauvonWelt muss nach drei Flaschen Bier natürlich mal in den Keller. Dort ist es stockdunkel, nur hier und da ein kurzer Lichtspalt. Von irgendwoher kommen Stimmen. Keine Ahnung wohin. Wo bitte ist hier das Klo? Die Kamera hilft. Das Blitzlicht zerstört das Dunkel. FrauvonWelt steht mitten im Kino und findet das Klo nicht.

Aus dieser Perspektive hat FrauvonWelt das Walhalla noch nie betrachten dürfen. Vielleicht nimmt sie von hier ein paar Wohnungseinrichtungsanregungen für das neue Häuschen mit. Sehr stimmig das ganze Arrangement. Eine Etage höher längst auch schon wieder stimmvoll: Liza.

Nach drei Stunden schwitzt der Saal. Die Flaschen sind leer. Die Tische sehen aus, als ob MC Winkel dagewesen wäre.

Alles wird bossa. Danke Liza, Tilmann, Alex, Wolfgang, für diesen phantastischen Abend.

Wie werde ich eine Lammkeule?

Er ging nicht an mir vorüber, dieser wundersame Fragebogen. Herr Schmidt hat die Fragen fein säuberlich für mich aufgeschrieben und ich habe sie nun fein säuberlich beantwortet:

Wann bist du heute aufgestanden?
Noch gar nicht.
Diamanten oder Perlen?
Diamanten zum Frühstück, die Perlen am Abend. Dazu bitte Champagner und rosa Rosen.
Was war der letzte Film, den du im Kino gesehen hast?
Ich gehe nicht ins Kino. Ich habe eine Popcorn-Allergie. Ich ertrage es nicht, wenn sich vor mich, hinter mich, neben mich Menschen mit mülleimergroßen Eimern voller genmanipulierten Zeuges pflanzen und das mit schmatzender Permanentatmung in sich rein würgen. Gäbe es ein popcornfreies Kino, ich würde wieder zum Kinogänger.
Was ist deine liebste Fernsehserie?
Ich habe keinen Fernseher, folglich auch keine liebste Fernsehserie, sonst hätte ich den Kasten ja nicht abgeschafft. Nichts da drin habe ich lieb. Ich war allerdings vor Abschaffung des TV-Gerätes regelmäßiger Verbotene Liebe und Marienhof-Gucker. Warum, will ich nicht wissen.
Was hast du normalerweise zum Frühstück?
Hunger, sonst würde ich doch nicht frühstücken.
Was ist dein zweiter Vorname?
Hab ich nicht.
Welches Essen magst du überhaupt nicht?
Schlecht zubereitetes.
Was ist deine momentane Lieblings-CD?
Gibt es gerade nicht. Höchstens eine DVD: Die Peanuts. Ich liebe Sätze wie: „Wenn man von jemandem Lammkeule genannt wird, und man genau weiß, dass man keine Lammkeule ist, dann ist das Sarkasmus.“ (Marcy) Solche Sätze sind Musik in meinen Ohren.
Aber sonst warte ich natürlich auf die neue CD von Liza.
Welches Auto fährst du?
Ferrari und Renault und Fahrrad.
Lieblings-Sandwich?
Ich esse nie Sandwiches. Bei gewissen Dingen bin ich kompromisslos.
Welchen Charakterzug lehnst du ab?
Alle, an die ich mich nicht anlehnen kann.
Dein Lieblingskleidungsstück?
Meine rosa Plüschsocken natürlich. Sonst nichts.
Wenn du irgendwo auf der Welt hinfliegen könntest?
Klein-Mettner
Lieblings-Kleidermarke?
Hab ich nicht. Und wenn, würde ich das hier nicht hin schreiben.
Wo willst du dich zur Ruhe setzen?
Ich will mich gar nicht zur Ruhe setzen. Frei nach dem Motto: Je oller desto doller.
An welchen Geburtstag erinnerst du dich?
An Hunderte.
Welchen Sport schaust du dir am liebsten an?
Da ich keinen Fernseher habe und die Zeiten, da mein Papi mich mit in die Fußballstadien dieser Welt schleppt, auch vorbei sind, sehe ich eigentlich nur den Sport, den ich selber mache, denn im Fitnessstudio sind überall Spiegel.
Weitester Ort, wo du das hier hinschickst?
In die Tiefen meiner Datenbank.
Wann ist dein Geburtstag?
22. Januar. Schon mal vormerken.
Bist du ein Morgenmensch oder Nachtmensch?
Morgens frage ich mich meistens, ob ich überhaupt Mensch bin, nachts frage ich mich das aber auch.
Was ist deine Schuhgröße?
37 meistens.
Haustiere?
Bitte nicht. Ich hatte früher mal ein Kaninchen, glaubte ich. Irgendwann wurde das Vieh so groß, dass ich glaubte, es sei ein Schaf. Mein Vater hat den Hasen geschlachtet. Er hat gut geschmeckt.
Irgendwas Neues, Aufregendes, das du uns unbedingt mitteilen musst?
Ja, ich wüsste gerne, wie das ist, wenn man eine Lammkeule ist.
Was wolltest du früher mal werden?
Reich und berühmt und schön. Eigentlich will ich das heute immer noch werden.
Wie geht’s dir heute?
Genau so, wie es mir immer geht, wenn ich total bescheuerte Fragebögen beantworte: spitze!
Was ist deine Lieblingsnascherei?
Himbeereis, Lakritz und Schokolade. Morgens, mittags, abends.
Auf welchen Tag in deinem Kalender freust du dich schon?
15. November
Was hörst du gerade?
http://blip.fm/vyvienn: Everyone’s A Winner – Hot Chocolate
Was hast du als letztes gegessen?
Cashews
Lieblingsgetränk?
Wasser, Champagner, Kaffee. Wenn ich in der westfälischen Heimat bin: Bier!
Lieblingsrestaurant?
Balthasars, Paderborn. Schmeckt aber nur mit Lieblingsbegleitung.
Echte Haarfarbe?
Dunkelbraun.
Was war als Kind dein Lieblingsspielzeug?
Puppe Nora, Pinsel und Farbe, Kuhaugen.
Kaffee oder Tee?
Kaffee bitte. Schwarz.
Was ist unter deinem Bett?
Schwarzer Mann.
Wovor hast du Angst?
Vorm schwarzen Mann.
Wie viele Schlüssel hast du an deinem Schlüsselbund?
Weiß ich nicht. Autoschlüssel, Haustür, Fahrrad, Briefkasten, Haustür meiner Eltern, Schaukasten. Ich weiß, es sind mehr, aber mir fällt jetzt nicht ein, welche.
Liebster Wochentag?
Gar keinen, ich mag es am liebsten, wenn die Woche rum ist.
Findest du schnell Freunde?
Nein, ich hab auch noch nie welche gesucht.
Hast du viele Freunde?
Nein. Aber ich vermisse keinen von denen, die ich nicht habe.