FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel, schaut zur Tür, dann zum Fenster und denkt: Jetzt könnte eigentlich mal ein nackter Mann rein kommen. Während sie das denkt, löffelt sie träumerisch ihr Süppchen aus, trägt den Teller zur Spüle, stellt ihn ab und erschrickt zu Tode beim Geschepper des heruntergefallenen Löffels. Danke Löffel, meinst Du, hier kommt jemand rein, wenn Du so einen Krach machst? Depp! Entrüstet schmeißt FrauvonWelt das Löffeldrecksdings in die Spüle und setzt sich wieder in ihren Sessel. Sie versucht die enflohenen Gedanken wieder zu finden, aber die sind längst in den Wolken. FrauvonWelt fängt an, die Wolken um all die nackten Männer zu beneiden, dann kocht sie sich einen Espresso. Sie sieht sie tanzen, lachen, hüpfen auf Wolken. Was für ein Anblick. Ich will ja nur einen, denkt sie noch als die schrille Türklingel durch ihre Gehörgänge scheppert. Sie hechtet zur Tür. Der Nachbar. Hinter einem Paket.
“Sie waren wohl nicht da, da hab ich es angenommen.”
“Äh, ja, danke. Sehr nett. Sagen Sie mal, ist Ihnen das nicht zu kalt so?”
“Warum? Für den kurzen Weg brauch ich doch keine Jacke.”
“Keine Jacke. Na klar, ist ja warm heute.”
FrauvonWelt hat die Fassung noch nicht gänzlich verloren. Zu gerne würde sie den nackten Nachbar anfassen, um sich zu überzeugen, dass er wirklich nackt ist.
“Ich träum das doch nur, oder?”
“Natürlich träumen Sie das, Frau Nachbarin, Sie glauben doch nicht wirklich, ich stünde nackt vor Ihrer Tür, oder?”
FrauvonWelt lacht erleichtert und lädt den Nachbar auf einen Espresso ein.
Kommt ein Vogel geflogen…
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