FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und betrachtet die Fotos so lange bis sie die Kaffeetasse umkippt.
Mist.
FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und betrachtet die Fotos so lange bis sie die Kaffeetasse umkippt.
Was vom Urlaub übrig bleibt ist in der Regel ein Berg dreckiger Wäsche. So auch bei FrauvonWelt. Aber vom ewigen Dranvorbeigehen wird das Zeug nicht sauber, also schafft sie sich todesmutig in den Keller und betrachtet erst einmal das Elend. “Na, dann mal ran”, denkt sie sich und fängt an zu sortieren.
Wie dreckig so ein Handtuch am Strand werden kann, offenbart sich erst im Neonlicht der heimischen Waschküche. Von der weißen Hose weiß auch nur noch FrauvonWelt, dass es eine solche ist, der Betrachter würde eher auf schlammfarben tippen. Doch so ein Berg Dreckwäsche kann tatsächlich noch mehr Überraschungen bereit halten als dreckige Wäsche. Gerade als FrauvonWelt ihr grünschimmerndes Strandkleid aus dem Gewühl fischt, springt ihr etwas anderes Grünes entgegen. “Was war denn das?”, fragt sich unsere tapfere FrauvonWelt, nachdem sie mit ihrem Aufschrei die gesamte Nachbarschaft in Alarmbereitschaft gesetzt hat. Ein kleiner Frosch sitzt ängstlich zitternd auf der schlammfarbenen Hose und weiß nicht wohin. Daneben steht ängstlich zitternd unsere FrauvonWelt und weiß nicht, was tun. Wo bleiben nur die Nachbarn? Vielleicht noch einmal schreien? Doch bevor FrauvonWelt zum erneuten Schrei ansetzt, erblickt sie ein Glas im Regal und schwuppdistülp ist der portugiesische Prinz gefangen. Nun ist FrauvonWelt nicht wirklich versiert im Umgang mit Fröschen, weiß aber immerhin, dass deren bevorzugte Wohngegend weder aus Dreckwäsche noch Einmachglas besteht. Was also liegt näher als der alte Plastikkasten auf der Kellertreppe? Nichts. FrauvonWelt schaufelt Erde hinein, baut mit einem Untersetzer einen Tümpel, legt noch einen Stein hinzu und findet die neue Froschheimat richtig hübsch. Platsch – und das Fröschlein landet im neuen Nass.

Aber was hat sie sich da wirklich eingefangen? FrauvonWelt ist unsicher, ob sie einen Kuss wagen soll. Vielleicht steckt hinter all dem doch nur wieder der Taubenvergrämer, der ja, um das zu kriegen, was er gar nicht will, sich sogar in ein Sofa verwandeln kann. Warum also nicht auch mal in einen portugiesischen Frosch?
Der Hautfarbe nach zu urteilen, könnte es sich auch um MC Winkel handeln, den zu küssen zwar einem Märchen gleich käme, aber wer glaubt schon an Märchen?
Haarpracht und Cäppi zufolge kann hinter dem Grünvieh nur Viktor Vaudeville stecken, allerdings spricht die Stimme des Tieres eindeutig dagegen.
Bleibt nur der Herr Grob, der wäre allerdings nicht so blöde, sich in einen Frosch verwandeln zu lassen. Allein schon deshalb, weil ihm sein Freund Simon garantiert zuvor kommen würde.
Ratlos ist FrauvonWelt. Wer bist Du wirklich, Du Frosch?
rotiert wieder. Vor lauter Freude über FrauvonWelts Rückkehr aus der Hitze Portugals dreht sich das rosa Sesselchen wie wild um seine eigene Achse. FrauvonWelt hat zum Glück noch nicht Platz genommen, sondern schaut sich das Spielchen nur kurz aus der Ferne an. Plüschsessel sind seltsame Wesen. Und sie leben in einem seltsamen Land. Warum gibt es hier keinen Strand? Keine Sonne? Keine Fische auf dem Grill? Keine Geckos an den Wänden? Keinen Sonnenbrand auf der Nase? Keinen Portwein? Keine Wellen? Warum gibt es hier nur dreckige Wäsche? Viel Arbeit? Schlecht gelaunte Menschen? Regen? Kälte und Fluchtgedanken?
“Eins steht fest: Nie wieder Urlaub! Das hält ja keiner aus, dieses Zurückkommen”, sprach sie, hüpfte auf dem Plüschsessel, schloss die Augen und entschwand.