Don Quijote, der Internetleser und die dreimalige Entschuldigung

FrauvonWelt sitzt in ihrem rosa Plüschsessel und liest Don Quijote. Kaum findet sich in der literarischen Welt eine köstlichere Personenbeschreibung als zu Beginn dieses Werkes. Don Quijote, der über das Lesen von Ritterbüchern sein Leben vergisst, seinen Besitz verkauft, nur um Ritterbücher erwerben zu können, hinab taucht in die phantastischen Welten und schlussendlich ganz den Verstand verliert. So zieht er schließlich in die Welt hinaus, zu werden wie seine literarischen Helden.

Miguel de Cervantes Saavedra möge es FrauvonWelt verzeihen, dass sie wagte, ihn zu zitieren und ein paar Worte zu verändern. Gewiss ist dies ein höchst sträfliches Unterfangen, zuweilen bedarf es aber zur Verdeutlichung einer gewissen Sachlage auch gewisse Methoden. Es sei also entschuldigt.

Die Leserschar dieser Seiten möge es FrauvonWelt ebenfalls verzeihen, dass sie wagte, in den besagten Zeilen des Miquel de Cervantes die Worte “Junker” oder “Don Quijote” durch “Internetleser” zu ersetzen. So wird also der Internetleser durch das Lesen der vielen Internetseiten, dem Hinabtauchen in die digitalen Welten zum “Don Quijote der Neuzeit”, vergisst sein Leben und verliert schließlich den Verstand. Natürlich zieht er auch hinaus in die Welt, um zumindest seinen literarischen Helden einmal zu begegnen. Wer jetzt soweit gehen möchte, den JourFitz mit den Windmühlen gleichzusetzen, möge das bitte tun. Schön ist das Bild allemal. Der Weiterführung der literarischen Interpretation sei hier Tür und Tor geöffnet.

Rosinante möge es FrauvonWelt ebenfalls verzeihen, dass sie zu einem Monstertruck umfunktioniert wurde. Gewiss ist das das am wenigsten Verzeihlichste. Es kann nur mit einem fortgeschrittenen Stadium der Hirnerweichung erklärt werden.

So reiten wir also hinaus in die Welt: 15. Mai, 20 Uhr, Theater Oberhausen, Monstertrucklesung

Was FrauvonWelt eigentlich sagen wollte: Zu Cervantes Zeiten waren gelehrte Menschen der Meinung, Ritterbücher vernebeln den Verstand. Zu FrauvonWelts Zeiten sind gelehrte Menschen der Meinung, Internet macht doof. So sei es!

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7 Responses to Don Quijote, der Internetleser und die dreimalige Entschuldigung

  1. Erdge Schoss says:

    Wie doof, liebe FrauvonWelt, denn genau?

    Herzlich
    Ihr Erdge Schoss

  2. MaDing says:

    Liebe FrauvonWelt, kommt es nicht letztlich zu guter letzt darauf an wie ein jeder fuer sich die virtuelle Welt nutzt? Ohne diese zugegeben teilweise verdummbatzte mit Werbemuell uberzogene virtuelle Welt kaemme ich ja nie nicht in den Genuss Sie zu lesen.
    Schoenen Gruss (auch an das nette Schwesterlein)

  3. frauvonwelt says:

    Wenn ich Sie, lieber Herr Schoss, als Maßstab nähme, dann ungefähr die Hälfte.

    Stimmt genau, werter Herr MaDing. Und das wäre schade. Die Schwester werde ich gerne grüßen, aber auch sie weilt im Ausland, allerdings im nahen. Sie liest allerdings nicht hier mit, das ist ein Umstand, den ich nur schwer verzeihe. Ich muss ihr glaube ich, mal wieder an den Haaren ziehen.

    Herzlich und schwesterlich
    Ihre FrauvonWelt

  4. Herrliche Bilder, werte FrauvonCervantes, schwirren durch meinen Kopf: LeFitz als Verwirrter Don, grölend auf dem Monstertruck… doch wer ist dieses Wahnsinnsweib im lila Gewand, das halb mitleidig, halb belustigt auf einem rosa Sessel thront?
    Schmunzelnd und das schafft selbst das Internet nicht,
    f.c.

  5. KonFerenz says:

    Liebe Frau von Doof,
    jetzt habe ich vergessen, was ich schreiben wollte.
    Na also!

  6. PropheT says:

    Es gibt nachweislich nichts geschriebenes, das nicht doof macht.

  7. frauvonwelt says:

    Wahnsinnsweib im lila Gewand, liebe Lady Cinderella? Keine Ahnung. Sie etwa?

    Gott sei dank, liebe Herr KonFerenz. Stellen Sie sich vor, Sie hätten das wirklich geschrieben.

    Wo Sie, werter Herr PropheT, Ihre Weisheiten abschreiben, würde ich auch mal gerne wissen.

    Herzlich und Himbeereis zum Frühstück
    Ihre FrauvonWelt

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